Bioglossar

Bio ist Vertrauenssache

Bio-Produkte gehören zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Nur Produkte, die kontrolliert biologisch erzeugt und verarbeitet werden, dürfen als Bio bezeichnet werden. Bio bedeutet artgerechte Tierhaltung, Landbau ohne Pestizide und Kunstdünger sowie Verzicht auf Gentechnik. Dies alles ist in der europaweit geltenden EG-Öko-Verordnung geregelt. Nur Erzeuger und Hersteller, die die Bestimmungen dieser Verordnung einhalten, dürfen Bio-Produkte verkaufen. Und auch nur diese Produkte dürfen das blattförmige EU-Bio-Logo tragen.

EU-Bio-Logo

Seit Juli 2010 besteht für alle vorverpackten Bio-Lebensmittel innerhalb der Europäischen Union Kennzeichnungspflicht mit dem Bio-Logo. Unverpackte Bio-Produkte, die aus der EU stammen oder importiert werden, können auf freiwilliger Basis mit dem Bio-Logo gekennzeichnet werden. Das EU-Bio-Logo wird oft als „Euro-Blatt“ beschrieben. Es symbolisiert den Zusammenschluss innerhalb Europas (die Sterne leiten sich von der europäischen Fahne ab) und die Natur (stilisierte Blattform und die Farbe Grün). Für die Umstellung der Verpackungen gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Sie werden deshalb das neue EU-Bio-Logo nicht sofort auf allen Bio-Produkten finden.

Das staatliche Bio-Siegel, das den Verbraucherinnen und Verbrauchern bestens bekannt ist, kann neben dem neuen EU-Bio-Logo weiter verwendet werden. Es genießt einen fast zehnjährigen Bekanntheits- und Vertrauensvorsprung.

Staatliche Bio-Siegel

Seit September 2001 können Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft mit dem staatlichen Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Das kleine sechseckige Zeichen mit dem Schriftzug „Bio“ schafft Klarheit, Einheitlichkeit und Orientierung bei Bio- bzw. Öko-Produkten. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich darauf verlassen: „Wo ‚Bio‘ drauf steht, ist auch ‚Bio‘ drin“. Denn nur Erzeuger und Hersteller, die die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung einhalten und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, dürfen ihre Produkte als Bio- oder Öko-Ware verkaufen und mit dem Bio-Siegel kennzeichnen.

Bio-Verbände

Die Bio-Anbauverbände – strenger als das Gesetz
An die EG-Öko-Verordnung müssen sich alle halten, die Bio-Lebensmittel anbieten wollen. Den Bio-Anbauverbänden, die es meist schon lange vor der Verordnung gab, ist das nicht genug. Sie haben in vielen Bereichen noch strengere Richtlinien, die sie zusätzlich kontrollieren. Bei unserem Großhändler dennree hat die Zusammenarbeit mit den Verbänden eine lange Tradition. Ein Großteil unseres Sortiments stammt von Erzeugern und Verarbeitern, die Mitglied bei einem der Bio-Anbauverbände sind.

Die Anbauverbände: Besser als die EG-Öko-Verordnung vorschreibt
Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Nur wer die Mindeststandards der EG-Öko-Verordnung erfüllt, darf seine Waren als biologisch oder ökologisch verkaufen. Das wird auch regelmäßig kontrolliert. Es gibt aber viele Anbauverbände, die sogar noch strengere Standards haben, als sie der Gesetzgeber vorschreibt. Jeder der Anbauverbände setzt dabei etwas andere Schwerpunkte. Das gilt für Zusatzstoffe, Futtermittel, Düngemittel, Auslauf der Tiere, Behandlung der Tiere im Krankheitsfall, das Nebeneinander von konventioneller und biologischer Landwirtschaft in einem Betrieb und vieles andere mehr. Hier eine Übersicht, welche Besonderheiten die einzelnen Anbauverbände bieten.

Bioland

Den Verband Bioland gibt es seit 1971; er ist einer der großen Anbauverbände in Deutschland. Bioland-Betriebe basieren auf einer Kreislaufwirtschaft, d. h. was der Natur entnommen wird, soll ihr im Laufe des Produktionsprozesses auch wieder zurückgegeben werden – möglichst ohne Abfälle und Emission. So dürfen beispielsweise auf einem Biolandbetrieb nur so viele Tiere gehalten werden, wie die Betriebsfläche an Futter erzeugen kann. Mehr als 5.600 Biobauern und über 1.000 Lebensmittelhersteller wie Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants, und Safthersteller arbeiten nach den Bioland-Richtlinien. Jeder Bioland-Betrieb wird regelmäßig von einer unabhängigen, staatlich zugelassenen Kontrollstelle geprüft. Zusätzlich werden unangekündigte Stichprobenkontrollen durchgeführt.

Mehr unter www.bioland.de

Demeter

Demeter steht seit 1928 für biologisch-dynamischen Landbau nach den anthroposophischen Grundsätzen von Rudolf Steiner. Dabei kommen zum Beispiel selbst hergestellte, feinstofflich wirkende Präparate aus Mist, Heilpflanzen und Mineralien zum Einsatz. Damit soll die Fruchtbarkeit des Bodens gefördert und das charakteristische Aroma der Lebensmittel voll entwickelt werden. Als einziger Anbauverband schreibt Demeter für seine Betriebe die Tierhaltung obligatorisch vor. So wird genau die Menge an Dünger in Form von Mist erzeugt, die für die Größe des Hofes notwendig ist. In der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln erlauben die Demeter-Richtlinien nur einige wenige Zusatzstoffe; Nitritpökelsalz und sogenannte natürliche Aromen sind vollständig verboten. In Deutschland wirtschaften über 1.400 Landwirte auf 68.000 Hektar Fläche nach Demeter-Richtlinien. International ist die Bio-Marke in 50 Ländern mit über 8.000 Bauern auf ca. 160.000 Hektar Fläche aktiv.

Mehr unter www.demeter.de

Naturland

Naturland wurde 1982 mit dem Ziel gegründet, den ökologischen Landbau weltweit zu fördern. Der basisdemokratische Verein hat heute weltweit über 53.000 Landwirte und verarbeitende Betriebe als Mitglieder, davon in Deutschland über 2.600 (mit einer Fläche von über 139.000 Hektar). Neben den strengen Vorschriften für ökologischen Landbau gibt Naturland auch soziale Richtlinien für den Umgang mit den Mitarbeitern vor. Auch für die biologische Fischzucht in Aquakulturen und die ökologische Waldnutzung hat Naturland wegweisende Standards erarbeitet. Der ganzheitliche Ansatz sieht ein nachhaltiges Wirtschaften, einen praktizierten Natur- und Klimaschutz, den Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie den Schutz des Verbrauchers vor.

Mehr unter www.naturland.de